Lepras huschen durch die Stadt

So stand es in einer Gmünder Zeitung als die Proben 2016 auf dem Johannisplatz begannen. Wir, die 10 Lepras, (Leprösen) waren voller Vorfreude auf das was uns erwarten würde. Unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

Leprakranke wurden im Mittelalter aus der Stadt vertrieben und fristeten ihr Dasein in einem Leprasorium. Die Leprösenkleidung bestand aus einem grauen weiten Umhang, der mit einer Kapuze versehen war, Handschuhen, einer Klapper und einem langen Stock. Während der ersten Kreuzzüge kümmerten sich Geistliche des Lazariter Ordens um die Aussätzigen.

Die Vorbereitungen für unseren Auftritt bei der Staufersaga begannen immer am späten Nachmittag in der „Maske“. Unsere Maskenbildnerinnen Leo und Anne verwandelten uns mit viel Geschick in realistisch aussehende Aussätzige.

Dann ging es hinaus in die Stadt. Humpelnd, schlurfend, sich gegenseitig stützend überquerten wir jeden Abend den Marktplatz und mischten uns unter die Besucher der Staufersaga. Die Reaktionen des Publikums waren für uns eine helle Freude. Wir spielten unsere Rolle gut.

Lepras dürfen ja nicht in Kontakt mit anderen Menschen treten, so der geschichtliche Hintergrund.
Doch gerade die Gespräche mit den Besuchern der Staufersaga , die ja sehr neugierig unser Aussehen bestaunten und Reaktionen „Super geschminkt“, „ ihr spielt gut“, „ man siehts, euch macht‘s Spass“, haben uns jeden Abend beschwingt mach Hause gehen lassen.

Nach 10 Vorstellungen ist alles vorbei, denkt man.
Da wir Lepras uns von Anfang an super verstanden haben und viel Spaß zusammen hatten, beschlossen wir in Kontakt zu bleiben. Das tun wir nun, regelmäßig unregelmäßig, an verschiedenen Orten zu verschiedenen Zeiten . Ein Aperol Sprizz gehört auch jetzt dazu . Ein Ritual, auf das wir uns jeden Abend nach Szene 9, Ende der Vorstellung, gefreut haben. Auch ein Sarazen war immer in unserer Nähe. Ihm schien es bei uns gefallen zu haben. Auch der eine oder andere „Schauspieler „ setzte sich zu uns an den Tisch.
Nicht alles lief nach Plan während den 10 Vorstellung .Was soll´s.
Die eine oder andere nicht „geplante Aktion“ wurde in dieser Runde munter diskutiert.

Gibt es noch etwas zu berichten? Den Erlös unserer gesammelten Spendengelder, 2600 Euro, haben wir 2016 dem Hospiz in Schwäbisch – Gmünd übergeben.

Kontaktadresse:
Ingrid Wietschorke
Mail: iwietschorke@gmx.de