Einzug Barbarossa Schwäbisch Gmünd

        von Ute Meinke

Bei schönstem Kaiserwetter hielt am Sonntag, dem 27. September 2026, das Mittelalter Einzug in Schwäbisch Gmünd. Fanfaren und Trommeln kündigten den Festumzug an, der vom Fünfknopfturm über die Bocksgasse bis zum Marktplatz führte und auf dem Johannisplatz endete.

Rund 4.000 Schaulustige säumten die Straßen von Schwäbisch Gmünd, um Kaiser Barbarossa mit Königen, Hofstaat und Gefolge willkommen zu heißen. Für viele Besucherinnen und Besucher war es ein Déjà-vu, diese eindrucksvollen Szenen mit den historisch-prachtvollen Gewändern schon einmal erlebt zu haben. Wie 2012 zum 850-jährigen Stadtjubiläum wurde die Geschichte der ältesten Stauferstadt plötzlich eindrucksvoll und lebendig.

Angeführt wurde der Zug von Kaiser Friedrich Barbarossa, dargestellt von Konrad Sorg, und Beatrix von Burgund (Leslie Röhm). Auch weitere bedeutende Herrscherpaare gaben sich die Ehre: Friedrich von Büren und Hildegard von Schlettstadt (Günter Grohmann, Vera Schaal), Friedrich von Schwaben und Agnes von Hohenstaufen (Jürgen und Astrid Musch), Konrad III. und Gertrud von Sulzbach (Gerold Bauer und Izolde Berger-Bauer), Heinrich VI. und Konstanze von Sizilien (Rainer Arnold und Biggi von Stahl) sowie Friedrich II. und Isabella von England (Ralf Tietze, Petra Schlenker).

Ein ganz besonderer Blickfang war Barbarossas prächtiger Schimmel, der selbst beim klangvollen Glockengeläut und den schmetternden Fanfaren die Ruhe bewahrte. Auf dem Johannisplatz fand eine choreografische Auflösung des Zuges statt. Ein höfisches Fest mit Musik, historischen Tänzen und spannenden Ritterkämpfen folgte. Beeindruckend war die glanzvolle Prunktafel vor der Johanniskirche, an der alle gekrönten Häupter und sechs Stadträte Platz nahmen (Michael Ex, Christa Kircher-Beißwenger, Sabine Braun, Dario Thiem, Andreas Wörner und Daniel Friedel).

Diese stilvolle Installation war Dreh- und Angelpunkt aller Darbietungen in der eigens gestalteten Arena. Fanfaren und Trommeln kündigten die verschiedenen Ereignisse an. Ein besonderer Höhepunkt war die Schwertleite. Josef Stampfer, Manfred Stury und Alexander Koller wurden für ihren langjährigen ehrenamtlichen Einsatz für den Staufersaga-Verein feierlich zu Rittern geschlagen.

Mit historischem Tanz wurde ein Ritterturnier begleitet. Acht Kämpfer traten im Turnier gegeneinander an. Nach packenden Duellen durfte Rudolf Vener zu Eutighofen den Sieg davontragen. Viel Applaus ernteten die Hübschlerinnen mit ihrer Tanzperformance (Michaela Schneele, Denis Brandstetter, Choreografie: Annalena Klompmaker). Das beeindruckende Ballettensemble von Lina Gjini, der orientalische Tanz mit Susanna Rados und die Tanzaufführungen von El Shams mit Denise Fürstenau wurden vom Publikum ebenfalls frenetisch beklatscht.

Oberbürgermeister Richard Arnold begleitete das Geschehen sowohl als Stadtoberhaupt als auch als Vorsitzender des Staufersaga-Vereins. Er unterstrich die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements und des starken Gemeinschaftsgeistes, der dieses besondere Ereignis erst möglich machte.

Für die Organisation waren Carmen Bäuml und Gundi Mertens (künstlerische Leitung) verantwortlich. Josef Stampfer leitete den Auf- und Abbau, Horst Linke übernahm die Tontechnik. Claudia Alka, Anna Reimche und Peggy Singer kreierten die Masken und Frisuren. Matthias Pflüger komponierte eigens eine Musik für den Barbarossa-Tag. Pat Mueller führte als Barde und Moderator durch das Programm, während Robin Kucher im Hintergrund die Fäden zusammenhielt. So wurde aus vielen einzelnen Beiträgen ein eindrucksvolles Gesamtbild mittelalterlicher Lebensfreude.

Mit dem donnernden Schuss des Katapults von Frank Stühle und Team fand der Festtag seinen krönenden Abschluss. Gmünd hatte einmal mehr bewiesen, dass sein staufisches Erbe weit mehr war als ein Kapitel im Geschichtsbuch: Es wurde von zahlreichen engagierten Menschen mit Leben gefüllt – und für einen Tag fühlte sich die Stadt wahrhaft kaiserlich an.

Fotograf: Uwe Hamhaber

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