Gmünder Tag auf der Landesgartenschau in Ellwangen
von Ute Meinke
Mit einem eindrucksvollen Programm präsentierte sich Schwäbisch Gmünd am Dienstag, 29. September, beim „Gmünder Tag“ auf der Landesgartenschau in Ellwangen. Geschichte, Musik, Tanz, Akrobatik und Sport zeigten dabei die große kulturelle Vielfalt der ältesten Stauferstadt.
Schon am Nachmittag kündigte eine helle Staubwolke den besonderen Besuch aus Schwäbisch Gmünd an. Die Staufersaga zog mit Kaiser Barbarossa, Kaisern und Königen, Rittern und ihrem Gefolge über das Gartenschaugelände. Als Vorhut des Kaisers war der Zeitreisende der Staufersaga, Pat Müller, unterwegs. In mittelhochdeutscher Sprache sprach er die Besucherinnen und Besucher an und lud sie zur Bühnenpräsentation auf der Sparkassen-Heimatbühne ein.
Dort begrüßten Ellwangens Oberbürgermeister Michael Dambacher und Schwäbisch Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold die Gäste. Gemeinsam stellten sie die Verantwortlichen des Programms vor: Carmen Bäuml, Organisatorin der Stadt Schwäbisch Gmünd, und Gundi Mertens, stellvertretende Vorsitzende des Staufersaga Vereins und künstlerische Leiterin des Stauferprogramms. Für die technische Umsetzung sorgte Robin Kucher, der anschließend mit seiner Musical Factory selbst auf der Bühne stand.
Barbarossa und die Staufer auf der Sparkassen-Heimatbühne
Mit den Klängen von „Barbarossas Einzug“, eigens komponiert von Matthias Pfüger, wurde nach und nach ein eindrucksvolles lebendes Stauferbild auf der Bühne geschaffen. Den Anfang machten Friedrich von Büren, dargestellt von Günter Grohmann, und Hildegard von Schlettstadt, gespielt von Vera Schaal, als frühe Vertreter des Staufergeschlechts vom Wäscherschloss.
Konrad III. (Rolf Wachovius) und Gertrud von Sulzbach (Izolde Berger-Bauer) kündigten anschließend Kaiser Friedrich Barbarossa, dargestellt von Konrad Sorg, und seine Gemahlin Beatrix von Burgund, gespielt von Leslie Röhm, mitsamt ihrem Hofstaat an. Der Kaiser ließ es sich nicht nehmen, die Zuschauerinnen und Zuschauer in lateinischer Sprache zu begrüßen.
Einen besonderen Moment nutzte Oberbürgermeister Richard Arnold, um seinem Ellwanger Amtskollegen eine handgemalte Gmünder Fahne mit dem Einhorn zu überreichen. Gestaltet wurde die Fahne vom Gmünder Fahnenschwinger Manfred Stury. Für einen stimmungsvollen Kontrast sorgte anschließend Susanna Rados mit ihrem orientalischen Tanz zu „Greensleeves“.
Vervollständigt wurde das historische Bühnenbild durch Friedrich II. (Ralf Lietze) und Isabella von England (Petra Schlenker) sowie die Hof-Gelehrten: den Christen, dargestellt von Alexander Mathies, den Juden, gespielt von Peter Kovacs, und den Muslim, dargestellt von Günter Hausmann. Auch die geschichtsträchtige Manesse-Gruppe unter der Leitung von Martina Hasenmüller war Teil des eindrucksvollen Stauferbildes.
Zum Abschluss erklang die Gmünder Hymne, bei der das Publikum zum Mitsingen eingeladen war. Ein weiterer mystischer orientalischer Tanz setzte einen stimmungsvollen Schlusspunkt unter die historische Präsentation.
Musical Factory sorgt für Gänsehautmomente
Rund 30 Sängerinnen und Sänger im Alter von acht bis 33 Jahren aus allen drei Chören des Gmünder Vereins begeisterten das Publikum mit einem abwechslungsreichen Potpourri aus bekannten Songs und Musicalklassikern.
Mit „Seasons of Love“, „Thank You for the Music“ und „Come Alive“ sorgte die Musical Factory für mitreißende Momente. Spätestens bei „Mamma Mia“ hielt es viele Besucherinnen und Besucher nicht mehr auf ihren Sitzen – es wurde mitgetanzt und mitgesungen, die Stimmung glich einem großen Popkonzert.
Aber auch die leisen Töne kamen beim Publikum an. „A Million Dreams“ sowie „Seite an Seite“, präsentiert vom Kinderchor der Musical Factory, sorgten für besondere Gänsehautmomente. Solistisch wurde das Programm von Philipp Schier, Matthias Mansel, Anna Widmann, Tobias Jäckel sowie Elina und Tabea Wengert bereichert.
Durch das rund einstündige Programm führte Robin Kucher, künstlerischer Leiter der Musical Factory. Tosender Applaus und stehende Ovationen waren der Lohn für den Auftritt. Gleichzeitig gab die Musical Factory einen Vorgeschmack auf ihr 30-jähriges Jubiläum, das im Juli 2027 im Gmünder Stadtgarten gefeiert wird.
Akrobatik, Hip-Hop und Freestyle: Gmünder Vielfalt auf der Landesgartenschau
Dass der Gmünder Tag weit mehr als Geschichte und Musik zu bieten hatte, zeigten weitere Programmpunkte. Mit einer Luftakrobatikshow begeisterte Kristina Simoneko gemeinsam mit Kindern das Publikum. Inspiriert durch ihr selbst geschriebenes Buch verband sie dabei Geschichte, Bewegung und Artistik zu einer außergewöhnlichen Darbietung.
Sportlich und dynamisch ging es anschließend bei „Unique Styles“ weiter. Unter der Leitung von Memi Demiri präsentierten die Tänzerinnen und Tänzer Hip-Hop und Freestyle auf höchstem Niveau und brachten noch einmal viel Energie auf die Bühne.
Der „Gmünder Tag“ machte damit eindrucksvoll sichtbar, wie vielfältig die Kultur- und Vereinslandschaft der Stadt Schwäbisch Gmünd ist: Historie und Gegenwart, Musik und Tanz, Nachwuchs und erfahrene Künstlerinnen und Künstler sowie ganz unterschiedliche Vereine und Gruppen kamen auf der Landesgartenschau in Ellwangen zusammen. Ein Tag, der die Verbindung zwischen den beiden Städten auf besondere Weise erlebbar machte – und Schwäbisch Gmünd mit Geschichte, Lebensfreude und kultureller Vielfalt in Ellwangen präsentierte.