Fünfknopfturm-Eröffnung

        von Ute Meinke

Zum Saisonstart des Gmünder Sommers wird der Fünfknopfturm am Sonntag, 11. Mai, ab 14 Uhr, feierliche mit Oberbürgermeister Richard Arnold, Gundi Mertens, stellvertretende Vorsitzende des Staufersaga Vereins und vielen Vereinsmitgliedern mit einem bunten Rahmenprogramm eröffnet. Der Turm öffnet bereits um 11 Uhr zur Besichtigung.

Die Besucherinnen und Besucher des Fünfknopfturms werden mit neuen Themen überrascht und der Festakt wird umrahmt mit der Staufersaga-Fahne und Matthias Aust, mittelalterlicher Musik der Zisselberg Zeisigen, tänzerischen Darbietungen von den Hübschlerinnen und einer Orientalischen Tänzerin, sowie den Fanfaristen, Björn Peterich und Josef Mesöwari.

Das Speckstein-Schnitzen findet wie gewohnt mit Luise und Josef Stampfer statt und das Kettenhemd-Schmieden wird praxisnah mit dem einzigen Sarwürker des Staufersaga Vereins, Meinhard Plischke, vorgestellt. Mary Barth und Sprigel ziehen aus Kupferblech wundervolle Rosen. Eine weitere Gruppe, die der Stauferschwerter, unter der Leitung von Alfred Glinka und Raimar Mücke bauen eine Kinder-Spielstraße auf.

Rings um den Turm herum schmücken Blumentröge mit Heil-Pflanzen und Blumen das Mauerwerk. Alle ausgesuchten 34 Arten gab es bereits zu Zeiten der Hildegard von Bingen, die 1098 bis 1179 lebte und deshalb mit der Geschichte der Staufer verbunden ist. Diese schöne Pflanzen-Bereicherung rings um den Fünfknopfturm (34 Sorten) dank Robert Heinzelmann, Leitung der Stadtgärtnerei und Benedikt Stegmaier, Leitung des Gmünder Bauhof. Beinwell, Storchschnabel, Fenchel, Weinraute, Löwenzahn, Blasenkirsche, Ysop, Bohnenkraut, Thymian,

Muskatellersalbei, Kerbel, Schöllkraut, Brennnessel, Walderdbeere, Frauenmantel, Sterndolde, Rosmarin, Eberraute, Dill, Liebstöckel, Mönchspfeffer, Damaszenerrose, Moosrose, Pfingstrose, Eibisch, Johannisbeere, Lavendel, Mangold, Blutampfer, Knoblauch, Calendula, Kapuzinerkresse, Pfefferminze, Grünkohl.

Der Fünfknopfturm wurde vom Winterschlaf befreit. Fachmännisch haben Josef Stampfer und Rolf Friedel die Bild-Präsentationen angebracht, ein technisch höchst kompliziertes Unterfangen. Tatkräftig zur Seite standen auch Konni Mangold und Petra Weiner, um den Turm im wahrsten Sinne des Wortes glänzen zu lassen. Auf der Frontseite der Eingangsebene gibt es   eine Vorausschau auf die beiden Ausstellungen 2025 im Museum im Prediger.

1. Thema - Erdgeschoss:
3 Generationen Baumhauer // Eine Gmünder Künstlerfamilie des 20. & 21. Jahrhunderts - 29.11.2025 – 26.7.2026
Sepp Baumhauer (1930 – 2011) Torso 1960 Bronze

Zum Auftakt des Jubiläumsjahrs anlässlich seines 150sten Geburtstags beginnt das Museum im Prediger eine Ausstellungsreihe zu Gmünder Künstlerfamilien: den Anfang macht die Künstlerfamilie Baumhauer, wozu Großvater Alois, dessen Sohn Sepp und die Enkelinnen Monika und Regina Baumhauer zählen. Das Werk der Baumhauers umspannt ein Jahrhundert, beginnend mit Impressionen eines Soldatenlebens im Ersten Weltkrieg über die markante Bildhauerei aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis hin zum malerischen Werk und den gesellschaftspolitischen Positionen der beiden zeitgenössischen Künstlerinnen.

2. Thema - Erdgeschoss:
Wish you were Queer
Die Ausstellung nimmt Selbstbild und Wahrnehmungen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern und Intersexuellen durch die Jahrhunderte in den Blick. Die Schau zeigt Kunstwerke vom Mittelalter bis heute von über 30 Künstlerinnen und Künstlern.

Die rechte Seite er Eingangsebene ist der Staufischen Kultur gewidmet. Ein Unikat eines Johanniskirche-Modells wurde 2010 von Josef Stampfer zusammen mit der Stadtschreinerei im Maßstab 1:50 geschaffen. Die Stauferbasilika steht in engem Zusammenhang mit der Staufergeschichte. Die spätromanische Pfeilerbasilika wurde zwischen 1210 und 1230 erbaut und ist Johannis dem Täufer geweiht. Der Legende nach verlor Agnes von Hohenstaufen, Tochter des Kaisers Heinrich IV. und Gemahlin von Herzog Friedrichs von Schwaben, ihren Ehering. Der Herzog gelobte, an der Stelle, an der sich der Ring wiederfände, eine Kirche zu erbauen. Der Herzog erfüllte sein Gelübde, nach dem der Ring im Geweih eines erlegten Hirsches gefunden wurde. Die Kirche wurde immer wieder umgebaut. Im 15. Jahrhundert im gotischen Stil, später erhielt die Kirche Barocke Elemente und 1842 bis 1917 wurde sie romanisiert. Die Bild-Show der Krönungshandschuhe, ebenfalls auf der rechten Seite der Eingangsebene des Fünfknopfturms weist auf ein bestimmtes Datum hin. Am 14. September, am Tag des offenen Denkmals, werden die Krönungshandschuhe des Hl. Römischen Reiches Deutscher Nation „in progress“ in der Schatzkammer des Museums im Prediger präsentiert.

Das bedeutet, die Krönungshandschuhe werden unvollendet in der Schatzkammer des Predigers zugänglich gemacht. Mit dem Krönungsmantel wurde übrigens in gleicher Weise vorgegangen. Auf Anregung von Gundi Mertens, Leitung der Replikationen vom Krönungsmantel und den –Handschuhen, wurde der Mantel 2014 bis 2019 im Museum in der 3. Etage ausgestellt. Die Krönungshandschuhe sind Teil des Krönungsornats der römisch-deutschen Kaisers. Sie wurden um 1220 in der königlichen Werkstatt in Palermo hergestellt. Die Handschuhe bestehen aus roter Seide und sind mit Goldstickerei, applizierten Emailarbeiten, Perlen und gefassten Edelsteinen verziert. Es ist unbestritten, dass diese Handschuhe Friedrich II. zuzuordnen sind. Er war der Sohn der Konstanze von Sizilien und Heinrich VI.

Vor seiner Zeit war es nicht üblich, zum Krönungsornat Handschuhe zu tragen. Konstanze von Sizilien stammte aus dem Hause der Hauteville, wo der Löwe als königliches und kaiserliches Symbol galt. Dies ist am Krönungsmantel erkennbar. Er wurde um 1133 für Roger II., dem Vater der Konstanze geschaffen und ist als Hochzeitsmitgift in die Staufer-Dynastie eingegangen. Der Adler war das Tier der römischen Weltherrschaft. Gerade unter Friedrich II. gibt es viele Hinweise auf die Verbindung der Adlersymbolik zum Herrscher. Ein nimbierter auffliegender Adler ist auf die Innenseite des linken Handschuhs gestickt. Der Heiligenschein des Adlers der Krönungshandschuhe bestärkt den Ausdruck einer Überhöhung des damaligen Kaisertums.

Replikation der Krönungshandschuhe Ute Bundschuh war Gruppenleiterin der Stickgruppe für die Replikation des Krönungsmantels. Der fertiggestellte Krönungsmantel befindet sich seit 2019 in der Schatzkammer im Museum im Prediger. Die Krönungshandschuhe, die noch unvollendet sind und ab 14. September ebenfalls in der Schatzkammer „in Progress“ ausgestellt werden, wurden von Ute Bundschuh bestickt. Diese zwei weltweit einzigartigen Replikationen entstanden in der Gewandmeisterei der Staufersaga.

Die 2. Ebene des Turms zeigt Kriegs-Utensilien aus der Zeit der Kreuzzüge. Alfred Glinka von den Stauferschwertern und Georg Cichon von der Ritterschaft zu Gmünd haben dafür gesorgt, die bisherige Ausstattung auf den neusten Stand zu bringen. Die vorhandene Sammlung von Lanzen, Hellebarden und Schilde wurden durch weitere mittelalterliche Kampf-Schilde der Malteser- und Kreuz-Ritter, sowie Rundschilde der Sarazenen ergänzt.

Die 3. Ebene bietet großartige Gemälde von Hans Kloss, eine Schenkung von Monika und Gerhard Schwarz an die Stadt, bereichern die 3. Etage. Die drei Kaiser-Gemälde der Staufer-Dynastie zeigen Friedrich Herzog von Schwaben, Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa und Kaiser Friedrich II.

Die 4. Ebene ist dem Ideengeber und Regisseur der Staufersaga gewidmet. Stephan Kirchenbauer-Arnold bleibt für alle Staufersaga Vereinsmitglieder unvergessen. Wir sind ihm bis heute dankbar. Ein Kaleidoskop von Bildern erzählt aus dem interessanten Leben des großartigen Manschens und Freunds.

In 5. Etage präsentiert sich der Staufersaga Verein in seiner Struktur. Interessante Bilder von den Arbeitsvorgängen bis zur Entstehungen der Reichsinsignien belegen das einzigartige Werk.

Die 6. Ebene des Turms. In der Türmerwohnung ist eine Schlafstube und eine Wohnstube im Stil des 2. Biedermeiers um 1900 eingerichtet worden. Wissenswertes berichtet der NABU auf Bildtafeln zu den Gmünder Turmfalken und zu den Nistkästen im Turm.

Die 7. Turmetage bleibt streng geschlossen, weil sich hier, außer den Turmfalken, sehr seltene Fledermäuse niedergelassen haben.

Der Fünfknopfturm ist während des Gmünder Sommers samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Eröffnung Fünfknopfturm am Sonntag, 11. Mai, 14 Uhr
Programmablauf:

14.00 Uhr - Staufersaga-Fahne vor dem Turm und die Fahnenschwinger

14.00 Uhr - Fanfaren, Mittelaltermusik mit Werner Köder & Co.

14.05 Uhr - Fanfaren, Begrüßung durch Oberbürgermeister Richard Arnold und Gundi Mertens

14.15 Uhr - Fanfaren, Hübschlerinnen

14.20 Uhr - Fanfaren, weitere Begrüßung eventuell durch Dr. Max Tillmann, Museumsleiter

14.30 Uhr - Fanfaren, Orientalischer Tanz

14.35 Uhr - Mittelaltermusik mit Werner Köder & Co.

14.40 Uhr - Fanfaren, Hübschlerinnen

14.50 Uhr - Fanfaren, Orientalischer Tanz

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